Preisgestaltung
 

Qualität hat ihren Preis. Die Einhaltung unserer Qualitätsansprüche, die wir als unverzichtbar für Zucht und Aufzucht von gesunden, leistungsbereiten, gutartigen und menschenbezogenen Pferden betrachten, bedeutet auf der einen Seite für Sie als Käufer die Sicherheit, dass Ihr Jungpferd aus unserer Zucht einen optimalen Start ins Leben hatte, auf der anderen Seite bedeutet es aber auch, dass wir die Preise unserer Jungpferde gemessen an den Kosten ihrer Aufzucht festlegen müssen.

Häufig hat der potenzielle Käufer eines Pferdes gar keine Einsicht in die Frage, welche Kosten bei der Zucht und Aufzucht eines Pferdes überhaupt anfallen.

Aus diesem Grund möchten wir Ihnen hier einen Überblick verschaffen.

 
Kosten für Elterntiere, Bedeckung und Trächtigkeit
 

Kostenbestandteile

  Beispiel aus unserem Gestüt
1) Kosten der Pferdehaltung

Der Pferdezüchter als Landwirt hat lange vor dem Verkauf eines selbstgezogenen Fohlens die Kosten für die Haltung der Elterntiere, also für die Zuchtstute und den Hengst.

Bei dieser Berechnung ist außerdem zu bedenken, dass eine Stute in einem Jahr möglicherweise einmal nicht aufnimmt oder nach der Geburt mehrerer Fohlen zur Schonung ein Jahr lang nicht gedeckt wird.

In der Beispielrechnung der Normalkosten sind außerdem keine Kosten für Angestellte, kalkulatorische Kosten des eigenen Stalls / Finanzierung der Immobilie oder Tierarztkosten für Krankheitsfälle enthalten: Diese kommen zu den Mindestkosten für die Haltung der Elterntiere also noch dazu.

 

Normale Kosten der Zuchtstute im Jahr der Trächtigkeit

  • Kraft- und Raufutter sowie Einstreu ca. 1.000 Euro
  • Hufbearbeitung alle zwei Monate ca. 250 Euro
  • Beitrag Zuchtverband pro Jahr ca. 50 Euro
  • Impfungen und Wurmkuren pro Jahr ca. 100 Euro
  • Zahnarzt (alle zwei Jahre) pro Jahr ca. 60 Euro

Kosten für den Deckhengst pro Jahr

  • Kraft- und Raufutter sowie Einstreu ca. 1.000 Euro
  • Hufbearbeitung alle zwei Monate ca. 250 Euro
  • Beitrag Zuchtverband pro Jahr ca. 150 Euro
  • Impfungen und Wurmkuren pro Jahr ca. 100 Euro
  • Zahnarzt (alle zwei Jahre) pro Jahr ca. 60 Euro
  • Umgelegt auf vier Fohlen pro Jahr: ca. 400 Euro

Alternativ: Kosten für eine Fremdbedeckung 700 - 1000 Euro

Summe der Haltungskosten von Stute und anteilig dem Hengst im Jahr der Trächtigkeit also ca. 2.000 Euro.

 

2) Kosten im Zusammenhang mit der Bedeckung und Trächtigkeit

Wird die Stute gedeckt, fallen zusätzliche Kosten an, insbesondere für tierärztliche Untersuchungen im Zusammenhang mit der Trächtigkeit wie Tupferprobe und Ultraschalluntersuchung, ob die Stute trächtig geworden ist.

Wird ein fremder Hengst eingesetzt, muss die Stute zum Hengst gefahren werden, oder es entstehen zusätzliche Kosten für eine Besamung.

Nimmt die Stute nicht gleich auf, entstehen ggf. Kosten für eine Nachbedeckung. Ist die Stute nicht "sauber", sind also Keime vorhanden, die eine Trächtigkeit verhindern, ist eine Behandlung vonnöten - diese Kosten sind in der Beispielrechnung nicht berücksichtigt, können aber anfallen.

 

Kosten bei der Stute im Zusammenhang mit der Bedeckung und Trächtigkeit

  • Tupferprobe ca. 100 Euro
  • Drei Mal Ultraschalluntersuchung zur Feststellung der Trächtigkeit, insgesamt etwa 200 Euro
  • Sonderwurmkur kurz vor der Geburt ca. 10 Euro

Kosten für den Deckhengst

  • Tupferprobe beim Deckhengst ca. 100 Euro, anteilig für vier Fohlen: 25 Euro

Summe der Kosten für Bedeckungsvorbereitung und Trächtigkeit von Stute und anteilig dem Hengst im Jahr der Bedeckung also ca. 340 Euro.

 

Am Ende der Trächtigkeit fallen weitere Kosten bei der Geburt des Fohlens und dann natürlich für die Aufzucht des Fohlens an.

 
Kosten für Geburt und Aufzucht des Fohlens
 

Kostenbestandteile

  Beispiel aus unserem Gestüt

1) Kosten im Zusammenhang mit der Fohlengeburt

Wenn die Stute ohne Probleme abfohlt, fallen Grundkosten für die Erstuntersuchung von Fohlen und Stute nach der Geburt sowie die Fohlenlähme-Prophylaxe an.

Zur Sicherheit erhält das Neugeborene ein Immunpräparat sowie ein Klistier, um einer Darmpechverhaltung vorzubeugen.

Außerdem muss ein Fohlen-Notfallkasten mit Einmalhandschuhen, Desinfektionsmitteln, Fieberthermometer, Milchpulver und ähnlichem bereitstehen, falls etwas Unvorhergesehenes passiert.

Größere Züchter mit mehreren Stuten haben außerdem in der Regel ein Geburtsmelder-System, welches ebenfalls hohe Anschaffungskosten verursacht.

Auch nicht berücksichtigt sind hier all die schlaflosen Nächte während der Fohlenwache und die Zeit für die intensive Pflege von Mutter und Neugeborenem.

 

Kosten für die Fohlengeburt

  • Tierarztkosten Erstuntersuchung und Fohlenlähme-Prophylaxe ca. 100 Euro
  • Immunpräparat und Klistier ca. 40 Euro
  • Fohlen-Notfallkasten anteilig ca. 20 Euro

Gesamtsumme Kosten Fohlengeburt ca. 160 Euro.

 

2) Kosten für die Aufzucht des Fohlens bis zum Absetzen

Wenn das Fohlen geboren und gesund und munter ist, ist die Freude natürlich groß.

Viele Menschen glauben, dass das Fohlen, solange es von der Mutter Milch bekommt, quasi keine eigenen Kosten verursacht, aber das tut es natürlich schon: Für Hufschmied, Wurmkuren, Impfungen und dergleichen, und bis zum Absetzen beginnt das Fohlen auch nach und nach eigenes Futter zu fressen.

Auch die Mutterstute hat, wenn sie über ihre Milch ein Fohlen ernähren soll, besondere Ansprüche an ihre Fütterung.

Dazu kommen dann die Kosten für die Musterung des Fohlens durch den Zuchtverband sowie Kennzeichnung des Fohlens (Chippen) und Ausstellung der Papiere.

Nicht berücksichtigt ist hierbei, dass die Kleinen auch mal krank werden können. Als Kinderkrankheiten sind Husten, Schnupfen und Durchfall durchaus verbreitet, und auch hier kommen Zusatzkosten für Tierarzt und Pflege dazu.

 

Kosten für Aufzucht und Spezialfutter bis zum Absetzen

  • Kosten Wurmkuren bis zum Absetzen ca. 20 Euro
  • Kosten Erstimpfungen ca. 50 Euro
  • Kosten Hufbearbeitung ca. 130 Euro
  • Kosten Fohlenfutter ca. 50 Euro
  • Kosten Spezialfutter für die Stute ca. 50 Euro
  • Kosten für die Musterung und Fohlenpapiere: 70 Euro
  • Kosten für Gentest: 30 Euro
  • Tierarztkosten Chippen: 50 Euro

Gesamtsumme Kosten nach Fohlengeburt bis zum Absetzen ca. 450 Euro.

 
Kosten eines Absetzers
 

Wie Sie aus der vorangegangenen Beispielrechnung sehen können, hat das Fohlen, wenn es von seiner Mutter getrennt wird ("Absetzfohlen"), bereits ungefähr 3.000 Euro gekostet - wenn bis dahin alles optimal verlaufen ist!

Viele Kostenfaktoren haben in der Beispielrechnung dabei gar keine Berücksichtigung gefunden, wie Sie in unseren Erläuterungen lesen konnten.

Für die weitere Aufzucht des Fohlens entstehen dann weitere Kosten, ein Jährling, Zwei- oder Dreijähriger hat also noch einmal weiteren Aufwand verursacht, bevor er verkauft wurde.

Diese Information soll Ihnen nur vor Augen führen, dass ein Fohlen vom Züchter keine "Billigware" ist. Ein Pferd mit qualitativ angemessenen Ansprüchen zu züchten und aufzuziehen, kostet einfach entsprechendes Geld. Dies sollten Sie bei Ihrer Budgetplanung für Ihr Nachwuchspferd einplanen. Auf der anderen Seite bekommen Sie dafür aber auch ein Pferd, das entsprechend gepflegt wurde und unter geeigneten Bedingungen aufgewachsen ist.

 
Billiganbieter
 

An dieser Stelle werden Sie sich vielleicht fragen, warum trotz unserer oben genannten Beispielrechnung für die "Erzeugung" eines Fohlens so viele Fohlen weit unter diesen Kosten verkauft werden. Dafür kann es eine Reihe von Gründen geben:

  • Sparen an den Aufzuchtskosten: Natürlich kann der Züchter auch von den sich empfehlenden Maßnahmen abweichen und ein Fohlen z. B. seltener entwurmen oder ohne Hufbearbeitung aufwachsen lassen. Leider ist dies ziemlich häufig der Fall. Auch am Futter zu sparen kann die Kosten senken, beraubt das Fohlen aber möglicherweise der für ein gesundes Aufwachsen notwendigen Faktoren.

  • Herabgesetzte "Ausschussprodukte": In Spezialzuchten wie z. B. Farbzuchten oder Schauzuchten werden diejenigen Fohlen, die dem Zuchtziel entsprechen (also Rapp-Araber, besonders edle Köpfe oder ähnliches) teuer an Liebhaber oder andere Züchter verkauft. Diejenigen, die übrig bleiben, weil sie dem Zuchtziel nicht entsprechen, werden dann zu billigen Preisen an Freizeitreiter verkauft. Dass diese Fohlen möglicherweise nicht aus Reitpferde-Linien abstammen und kein gutes Gebäude haben, wird von den Käufern gar nicht erkannt.

  • Fohlen der Liebe: Private Stutenbesitzer, deren Stute aufgrund von Krankheit, Untauglichkeit oder Verletzung nicht geritten werden kann, versuchen sich häufig als Hobbyzüchter: Weil es so süß ist und die Stute ja beschäftigt sein soll. Einer sinnvollen Hengstauswahl wird dabei häufig keine Aufmerksamkeit geschenkt, ebenso wie der Fragestellung, ob die Stute überhaupt als Elterntier taugt (Ekzemer, gutes Gebäude, gesunde Knochen). Eine Stute, die als Frührentnerin zehnjährig Arthrose hat, sollte auch nicht zur Zucht eingesetzt werden! Häufig wird dann mit dem Hengst auf der Nachbarswiese gedeckt, und das Produkt ist ein Mixfohlen ohne Papier. Sicherlich ebenfalls lieb und süß, aber die Frage ist, ob ein nachhaltiges Zuchtziel verfolgt wurde und ob das Fohlen die Voraussetzung für einen Einsatz als langjähriges Freizeitpferd mitbringt.

Wir hoffen, dass wir Ihnen nahebringen konnten, warum ein Fohlen aus unserer Zucht kein Billigprodukt ist. Fragen Sie uns gerne nach den Preisen für unsere Fohlen und Jungpferde.